Istrischer Pinca (Hefezopf) unter der Glocke 9/4/2017

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Wiederbeleben von Osterbräuchen

Anfang April wird bereits der Ostergeist in Žminj herrschen, einem kleinen malerischen Ort im Zentrum Istriens, in welchem eine Veranstaltung der Pinze gewidmet, dem traditionellen istrischen Osterkuchen, stattfindet. Diese Veranstaltung erinnert uns an nicht so längst vergangene Zeiten, als das Backen der Pinze eine große Bedeutung anlässlich des Osterfestes hatte. Und alle Besucher werden sehen, aber auch verkosten können, was zum Osterfrühstück gegessen wurde.

Fleißige Hausfrauen aus ganz Istrien werden ihre Pinzen und Osterkuchen ausstellen, welche verkostet werden können. Neben der Feuerstätte werden die Hausfrauen zeigen, wie einst die Pinze geknetet und gebacken wurde, und sie werden auch ihre Rezepte teilen. Die Pinze wurde einst zu Ostern in jedem Haushalt zubereitet.

Es war eine der seltenen süßen Speisen auf dem bescheidenen Ostertisch zahlreicher Haushalte. Dieses süße Brot mit Rosinen wurde von den Frauen auch oftmals einen Tag zuvor verknetet, damit der Hefeteig die gewünschte Größe erreicht, und es wurde in großen Backöfen gebacken. Anders als beim Brot werden dem Pinzenteig Zucker, Eier und die unumgänglichen Rosinen zugefügt. Zum Schluss werden die Brote oben in Form eines Kreuzes eingeschnitten und mit Olivenblättern geschmückt.

Aber nicht nur die Pinze ist Teil der unumgänglichen Osterbräuche in Istrien. Für die Kinder wurden unbedingt für diesen Tag auch die sogenannten Osternester (jajarica) gebacken. Es ist die Rede von einem Gebäck in Form eines Zopfes auf dessen Oberseite sich ein gekochtes Ei befindet. Die Kinder haben sich immer besonders über dieses Geschenk gefreut, welches sie zum gefärbten Ei erhielten, dass ihnen beim Ostermittagessen von jedem Familienmitglied geschenkt wurde.