Reiseführer durch Žminj

ŽMINJER TURM

Der Hügel, auf dem sich Žminj emporhebt, war in der Prähistorie bewohnt. Der ovale Grundriss des alten mittelalterlichen Kerns stammt jedoch nicht von der prähistorischen Burg. Die kreisförmigen Illyrischen Festungen in Istrien waren auf Hügelspitzen angelegt. So ist auch das Kastell in Žminj auf der höchsten Erhebung gelegen.

WEG ZUM KASTELL („Fortica“)

Der alte mittelalterliche Kern von Žminj bewahrte alle Merkmale einer altkroatischen befestigten Stadt. Žminj war laut einigen Autoren auf allen Seiten offen, d.h. von keiner Schutzmauer umgeben, außer den Befestigungen bei der Kirche. Dennoch, auf der Zeichnung von Petronius wird Žminj mit der zentralgelegenen Festung und einem ovalen Grundriss mit Türmen und Stadteingängen dargestellt. Žminj war einst von vier Türmen umrundet, was die Siedlung zu einer starken Wehranlage machte. Die Reste der mittelalterlichen Stadtmauer sind heute in die Mauer und Zäune der später gebauten Häuser eingegliedert. Heute sind keine Daten zum Bauzeitpunkt der Burg, bzw. des Kastells, von den Bewohnern von Žminj auch “Fortica” genannt, zu finden.

ST. MICHAELS KIRCHE
Anbetung der Hirten aus 1690

Erhalten blieb bis heute der südöstliche Rundturm (XV. Jh.) der feudalen Burg, in der sich auch die Pfarrkirche St. Michael Erzengel befand.

Sie ist die größte Pfarrkirche in Žminj. Laut Tommasini aus der ersten Hälfte des XVII. Jh. waren es einstmals 24. Das alte Bauwerk stand inmitten der Burg, des s.g. Kastells, von der nur der südöstliche Rundturm und der restaurierte Südflügel erhalten blieben.

Viele Inschriften auf Arkaden zwischen dem Kirchenschiff und den Kapellen und auf der Stirnwand sind Zeugen des Kirchenbaus. Dank diesen Inschriften können wir die verschiedenen, zwischen XVI – XVIII. Jh. erfolgten Zu- und Umbaus der Kirche verfolgen.

Die Kirche besitzt einheitliche, handwerklich bearbeitete Barockaltare von keinem besonderen künstlerischen Wert. Der große Altar in der Hauptapsis, der 1706 durch Einsatz des Žminjer Pfarrers und Kanonikers Sante Rovis gebaut wurde, ragt hervor.

Kanzel
Kanzel aus dem XVIII. Jh.

Am Altar stehen das Gemälde Muttergottes mit Heiligen von Z. Ventura (XVII. Jh.), eine rustikal bearbeitete Statue Muttergottes mit Kind aus dem Jahr 1708, dann die aus Holz geschnittene Anbetung der Hirten aus dem Jahr 1690. und der gotische Kruzifix aus der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts. In der Sakristei werden liturgische Gewänder aus dem XVI. und XVIII. Jh. und das noch aus dem XV. Jh. stammende liturgische Geschirr aufbewahrt.

An der Wand westlich vom Altar steht ein Taufbecken aus dem Jahr 1710.

Die Kanzel im Mittelschiff stellt eine der größten Verwirklichungen des istrischen Barocks im XVIII. Jh. dar. Die Orgel neben der Eingangstür wurde 1906 von Brüdern Župan aus Koper gebaut.

DREIFALTIGKEITSKIRCHE

An der nordwestlichen Ecke der St. Michaels Kirche steht die gotische Kapelle Hl. Dreifaltigkeit, die 1471 mit Fresken im gotischen Stil von einem unbekannten Meister aus dem Alpengebiet bemalen wurde. Die Fresken stellen die Szenen aus dem Leben Christi dar, und wurden nach dem ersten Weltkrieg entdeckt.

ČAKAVISCHES HAUS

Über die Bibliothek

 

BIBLIOTHEK ŽMINJ

KDie Žminjer Bibliothek begann ihren Betrieb 2002 nach mehrjähriger Bemühungen der Aktivisten des Kulturvereins Čakavski sabor und der Einwohner. Die konkreten Initiativen beziehen sich auf das Jahr 1997, als Čakavski sabor seinen Sitz nach Žminj verlegte.

Es wurde auch ein Ausschuss zur Gründung der Bibliothek bzw. zur Errichtung des Čakavischen Hauses unter Vorsitz von Dr. Slavko Krajcar gegründet, der in Zusammenarbeit

TEIL DES ALTEN STADTKERNS

mit der Gemeinde, dem Komitat Istrien, dem Kulturministerium und der Stadtbibliothek und Lesesaal Pula diese Arbeit zu Ende brachte. Die Bibliothek arbeitet im Rahmen der Stadtbibliothek und Lesesaal Pula, sie ist informatisiert, hat 320 Mitglieder und ihr Bestand zählt 5378 Bände. Die Besonderheit dieser Institution ist die „Čakaviana“, eine Sammlung aller Veröffentlichungen im čakavischen Kulturraum. Die Bibliothek in Žminj wird zum kleinen Kulturzentrum der Gemeinde Žminj und einem Treffpunkt der Buchfreunde.

Der Weg vom Kirchenplatz Richtung Süden zum Friedhof und zur Kirche Hl. Kreuz (Crkva Svetog Križa) führt durch einen Teil des alten Stadtkerns, den die Einwohner von Žminj Štrada nennen.

KIRCHE HEILIG KREUZ AM FRIEDHOF

Die Kirche Hl. Kreuz wurde spätestens im 17. Jh. erbaut. Allem Anschein nach handelt es sich um einen mittelalterlichen Bau, der oft Umbaus erlebte. 1964 wurde die Kirche gründlich restauriert. Auf der nördlichen Seite befindet sich das Beinhaus. An der Vorderseite steht der kleine barockstilisierte Glockengiebel, der vermutlich als Kapelle im 18 Jh. erbaut wurde.

ST. ANTONIUS KIRCHE

Wenn wir vom Kirchenplatz nach Westen hinuntergehen, kommen wir zur Kapelle St. Abt Antonius (Kapela Sv. Antuna Opata). Sie wurde 1381 von Meister Armirigus erbaut und mit Fresken eines Meisters des venezianischen Trecento bemalen.

KALVARIENBERG

Der älteste Teil ist der südlich von der Absis, die es noch vor den Restaurationen der mittelalterlichen Kirche gab. Die Seitenansicht ihres romanisch wirkenden Rippengewölbes ist eigentümlich für die Renaissancebauwerke im 16. Jh.

Der Innenraum der Kirche ist sehr geräumig und festlich. Von den Barockaltaren in der Kirche ragt der große Hauptaltar in der Hauptabsis hervor. Die Altarsäulen wurden aus dem Stein gebaut, der im Steinbruch in Gradišće gewonnen wurde.

Diesen Altar ließ der Žminjer Kanoniker und Pfarrer Sante Rovis 1706 bauen. Hier soll auch die 1710 gebaute Taufkapelle erwähnt werden. Die Inschrift in der Taufkapelle lautet: FONS VITAE AETERNAE AN(n)O D(omi)NI MDCCX.

Die Fresken zeigen die Motive aus der Legende über St. Abt Antonius und aus dem Leben Christi.

Westlich von Žminj befindet sich die St. Bartholomäus Kirche (Crkva Sv. Bartola) mit ihrem Holzaltar aus dem XVII. Jh.

CRKVA SV.FOŠKE

Von der Hauptstraße, die nördlich nach Pazin und südlich nach Pula führt, kann man den Kalvarienberg (Golgatha) sehen, der laut dem Neuen Testament die Kreuzigung und Tod Jesus Christi darstellt.

KIRCHE ST. FUSCA

Sie liegt 1,5 km östlich von Žminj. Die rechteckige Kultstätte wurde 1729 während der Verwaltung des Gastaldes (Verwalter des Kirchenguts) Marin Damijanić dank dem Einsatz von Sante Rovis, Žminjer Pfarrer, erbaut. Davon zeugt die Inschrift in der Apsiswand über dem Eingang in die einstige Sakristei.

Steinsymbole bei der Kirche Heiligensee

Die Inschrift über dem runden Fenster an der Vorderseite erwähnt Arbeiten, die 1743 während der Verwaltung des Kirchenverwalters Jakov Ravnić im Auftrag des Kanonikers Florijan, Žminjer Pfarrers, ausgeführt wurden. Der Glockenturm an der Vorderseite ist nicht an die Kirchenwand angeschlossen. Dieser Glockenturm wurde 1742 und 1743 von Mate Dvojčić gebaut.

An der Südseite der Kirche stand einst auch eine Vorhalle, die nach dem zweiten Weltkrieg komplett niedergerissen wurde. Der Lage und Konstruktion der Öffnungen nach datiert die Vorhalle aus der Mitte des 17. Jh.

KIRCHE MUTTERGOTTES VON HEILIGENSEE

Etwa 3,5 km südlich von Žminj befindet sich die Kirche Muttergottes von Heiligensee (Crkva Majke Božje od Svetomora). Von der alten frühromanischen Kirche, die aller Wahrscheinlichkeit nach im 12. Jh. erbaut wurde, blieben die unteren Teile der Wände und die Apsis mit kleinem halbrunden Fenster erhalten. An der Schwelle des nördlichen Fensters der Westansicht steht in der Vorhalle das Jahr 1666 eingemeißelt.

Wahrscheinlich wurde die Kirche in diesem Jahr erneuert.

In diesem Jahr wurde vermutlich auch die Vorhalle mit den das Dach tragenden Karyatiden am Haupteingang gebaut.

Die Karyatiden im barocken Stil wurden von einem lokalen Bildhauer gebaut. Insgesamt sind es 8 Gestalten, hauptsächlich Engel-Karyatiden, jeweils zwei von beiden Seiten der Seiteneingänge. Der Altar vor der Apsis stammt aus dem 18. Jh.

Der heutige Kirchenname Svetomore (Heiligensee) stammt von dem älteren Namen Stumoran, der noch immer in den Weilern um die Kirche bewahrt wird.